Hamburg, 09. April 2013 – Der deutsche Leistungssegelsport bekommt erstmals einen prestigeträchtigen Vereinswettbewerb: die „Deutsche Segel-Bundesliga“. Das Konzept der Bundesligen anderer Sportarten wird erstmalig in den Segelsport übertragen. Im ersten Jahr kämpfen 18 Segelvereine um den Bundesliga-Pokal und ermitteln den besten deutschen Segelclub.

Bisher gab es im deutschen Hochleistungssegelsport keinen bundesweiten Clubwettbewerb mit hohem sportlichen Stellenwert. Das ändert sich ab Juni dieses Jahres mit der Einführung der „Deutschen Segel-Bundesliga“.

Am vergangenen Sonntag gründeten 17 Segelvereine in Hamburg die „Deutsche Segel-Bundesliga“. Diese Bezeichnung muss noch vom Deutschen Segler-Verband genehmigt werden. Einen entsprechenden Antrag stellen die Gründungsvereine in den nächsten Tagen.

Mit der Organisation und Vermarktung der Bundesliga wurde die Sportvermarktungsagentur Konzeptwerft beauftragt.

 

Höchste nationale Leistungsstufe im Segelsport auf Vereinsebene

Bei nationalen und internationalen Wettkämpfen konkurrieren stets nur Segler miteinander, aber nicht direkt die Vereine. „Die Clubs sollen in der Bundesliga erstmals aktiv als Wettkämpfer in Erscheinung treten“, beschreibt Projektmanager Benjamin Jeuthe von der Konzeptwerft die Idee. Oliver Schwall, Geschäftsführer der Konzeptwerft, ergänzt: „Die Bundesliga soll die höchste nationale Leistungsstufe im Segelsport auf Vereinsebene sein.“ Im Premierenjahr kämpfen die Clubs bei fünf Bundesliga-Events à drei Wettfahrttagen von Juni bis November auf dem Starnberger See, der Lübecker Bucht, der Hamburger Alster, dem Bodensee sowie dem Wannsee um Punkte für die Bundesliga-Tabelle.

 

Wettbewerb mit anderen Clubs macht Reiz aus

Die Gründungsclubs freuen sich auf den ersten Vereinswettbewerb im Segeln.

„Beim Deutschen Touring Yacht-Club ist der Regattasport ein wesentlicher Faktor. Mit der Teilnahme an der Bundesliga wollen wir damit Rechnung tragen“, erklärt Prof. Dr. Carl-Peter Bauer, der 1. Vorsitzende des DTYC aus Tutzing am Starnberger See, der das erste Bundesliga-Event veranstaltet.

Sein Kollege aus dem Württembergischen Yacht-Club und Segel-Olympiasieger von 1976, Dr. Eckart Diesch, ergänzt: „Die Bundesliga ist optimal für die Repräsentation des Vereins durch seine Mitglieder und die Identifikation der Mitglieder mit dem WYC. Ich bin überzeugt, dass das Format Zukunft hat, weil es altersunabhängig und generationsübergreifend ist.“

Die Stärkung des „Wir-Gefühls“ steht für alle Gründungsvereine neben dem Wettbewerb im Mittelpunkt ihres Engagements, so auch beim Lübecker Yacht-Club, der die Bundesliga auch „als Sprungbrett für die Jugend in den Hochleistungssegelsport sieht.“

Jens Kath, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Travemünder Woche hat auch die Sicht des Veranstalters einer der Bundesliga-Regatten: „Den besten deutschen Club auszusegeln, ist sehr interessant für die Zuschauer der Travemünder Woche. Die Verbindung zwischen Verein und der Region wird gestärkt. Das Format passt gut in das Konzept der Travemünder Woche.“

Auch die Vergleichbarkeit der Vereinsstärke reizt die Gründungsvereine. „Der Schweriner Yacht- Club ist dabei, weil das Bundesliga-Format und unser Leistungsanspruch gut zusammenpassen. Wir freuen uns auf das erste Event“, sagt Ingo Köhn, Teamleiter Segel- Bundesliga vom SYC.

Die Gründungsvereine, die den Segelsport in ganz Deutschland repräsentieren, planen bereits ihre Teamzusammensetzung. „Durch die offene und generationsübergreifende

Zusammenstellung des Clubkaders sehen wir die Möglichkeit, Segler aus verschiedenen Bootsklassen auch mit ehemaligen Leistungsseglern des Clubs zusammenzubringen“, beschreibt Holger Blumenkamp, Leistungssportkoordinator vom Segelklub Bayer-Uerdingen aus Krefeld.

Neben den Gründungsvereinen trifft die Gründung der Segel-Bundesliga auch bei Leistungssportlern wie dem Berliner Robert Stanjek, Olympia-Sechster 2012 im Starboot, auf große Zustimmung: „Ich sehe großes Potenzial in der Bundesliga. Der Teamgeist, der in den Vereinsmannschaften entstehen wird, kann die Verbundenheit mit dem Verein unglaublich

stärken.“

Im Premierenjahr 2013 ist die Zahl an Startplätzen aus Kapazitätsgründen begrenzt. Die 17 Gründungsclubs plus ein weiterer Verein, dessen Teilnahme noch bestätigt werden muss, bestreiten die erste Saison. Für 2014 werden wesentlich mehr Meldungen erwartet, weshalb die Planungen für ein Qualifikationsformat bereits laufen.

(Pressemitteilung Konzeptwerft GmbH)

 

Eine große Chance

Als Vertreter der Segelvereine im Süden Deutschland wurde WYC-Präsident Dr. Eckart Diesch in den „Lenkungsausschuss“ der Liga entsandt. Zwar werden die Fäden des Vorhabens maßgeblich von der „Konzeptwerft“ gezogen, die die ganze Idee auch entwickelt hat. Aber in dem fünfköpfigen Ausschuss haben die drei Vereinsvertreter die Mehrheit. Das Gremium soll Fragen klären, „die nicht im großen Kreis diskutiert werden müssen“ – so Diesch. „Ich würde mich da nicht einbringen, wenn ich dem Vorhaben nicht eine große Chance geben würde“, ist der WYC-Präsident überzeugt vom Ansatz der Liga.

Zwei Aufgaben kommen nun auf den WYC zu: Einmal muss er möglichst schnell ein Team von Seglern benennen, die als Club-Mannschaft dieses Jahr an fünf Regattaterminen teilnehmen. Ende September ist dann der WYC an der Reihe, als Gastgeber zu fungieren. „Die Wassergeschichte ist überschaubar“, macht sich Diesch keine Sorgen. Sechs Boote werden im Hafen Platz finden. Die 18 teilnehmenden Mannschaften wechseln darauf durch. Allerdings kommt auf die Wettfahrtleitung aufgrund der vielen kurzen Rennen eine Menge Arbeit zu. Aber die Regatta ist auf ein Wochenende beschränkt. Und die andern involvierten Segelclubs am Bodensee – von Lindau bis Radolfzell – haben ihre Hilfe bereits angeboten. „Wir haben den großen Vorteil, dass wir erst einmal bei den anderen zuschauen können“, meint Diesch mit leichtem Grinsen.

Bleibt als erstes, das WYC-Team aufzustellen. „Ich habe etwa zehn Segler auf meiner Liste, vom 17-Jährigen bis zum alten Regattahasen“, sagt Diesch. Einer davon habe als Mannschaftskapitän auch die Leitung dieser Gruppe zu übernehmen. Drei bis vier sollten den harten Kern bilden. Im Juni wird’s dann ernst: Auf dem Starnberger See vor Tutzing wird der erste „Spieltag“ der Segel-Bundesliga sein.

(Pressemitteilung WYC)

Die Idee hinter der „Deutschen Segel-Bundesliga“

Die besten Segelclubs Deutschlands treten über eine ganze Saison hinweg in mehreren Regatten gegeneinander an. Jeder Club stellt dafür eine Mannschaft aus seinen besten Seglerinnen und Seglern zusammen; aus allen Bootsklassen, alt und jung, weiblich und männlich, mit und ohne Behinderungen – allein die Fähigkeiten zählen. Gesegelt wird um den Status des besten Segelclubs in Deutschland. Um diesen Titel zu erringen, muss ein Club über eine ganze Saison hinweg konstant Top-Leistungen erbringen. 

Der Modus

Gesegelt wird in verschiedenen Wettkampfformaten (Fleet-Race, Match-Race) mit drei bis fünf Personen auf One-Design-Kielbooten. Der Kader eines Bundesligavereins umfasst bis zu 20 Seglerinnen und Segler. Jede Regatta – unabhängig vom Wettkampfformat – zählt gleichwertig für die Tabelle. Der Club mit den meisten Punkten nach der letzten Regatta hat die Bundesliga gewonnen. 

Die Bundesliga-Events 2013

1) 07. bis 09. Juni 2013, Tutzing/Starnberger See, Veranstalter DTYC
2) 19. bis 21. Juli 2013, Travemünde/Lübecker Bucht, Veranstalter Travemünder Woche
3) 30. August bis 01. September 2013, Hamburg/Alster, Veranstalter NRV
4) 27. bis 29. September 2013, Friedrichshafen/Bodensee, Veranstalter WYC
5) 8. bis 10. November 2013, Berlin/Wannsee, Veranstalter VSaW

Die Gründungsvereine

Bayerischer Yacht-Club / BYC
Berliner Yacht-Club / BYC
Chiemsee Yacht Club / CYC
Deutscher Touring Yacht-Club / DTYC
Flensburger Segel-Club / FSC
Konstanzer Yacht Club / KYC
Lindauer Segler-Club / LSC
Lübecker Yacht-Club / LYC
Mühlenberger Segel-Club / MSC
Norddeutscher Regatta Verein / NRV
Schweriner Yacht-Club / SYC
Segel-Club Hattingen / SCH
Segelklub Bayer-Uerdingen / SKBUe
Verein Seglerhaus am Wannsee / VSaW
Warnemünder Segel-Club / WSC
Württembergischer Yacht-Club / WYC

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von links stehend:
Dr. Philipp Kadelbach (VSaW), Holger Blumenkamp (SKBUe), Anke Anderssohn (WSC), Jens Kuphal (Berliner YC), Ingo Köhn (SYC), Erhard Zimmermann (Berliner YC), Prof. Dr. Claus-Peter Bauer (DTYC), Jens Kath (LYC), Christoph Teufel (YCRa), Klaus Lahme (NRV), Max Friedrich (MSC)
sitzend:
Claus-Otto Hansen (FSC), Jobst Richter (Wettsegelausschuss DSV), Dr. Andreas Lochbrunner (LSC), Dr. Eckart Diesch (WYC), Benjamin Jeuthe (Konzeptwerft)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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