altIDJüM 2011 Kiel-Schilksee
299 Seglerinnen und Segler aus 16 Nationen nahmen an der diesjährigen Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaft in Kiel-Schilksee teil.

Mit dabei viele Nachwuchssegler aus den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Belgien, Schweden, Norwegen, Finnland, Irland und auch Russland, der Schweiz, Portugal, Polen, Japan, Spanien und den USA, neben den deutschen qualifizierten Startern. Vor allem durch die vielen ausländischen Teilnehmer wurde die Meisterschaft zu einem tollen Event mit sehr hohem Niveau.

Insgesamt waren 15 Wettfahrten von Montag bis Freitag geplant, doch leider spielte der Wind nicht immer so mit, wie erwünscht. Das Starterfeld wurde in vier Gruppen aufgeteilt, die jeden Tag neu gemischt wurden, auf Basis der ersegelten Ergebnisse.

Nach reibungsloser Vermessung und einer netten Eröffnungsfeier im Olympiahafen am Sonntagabend, stieg die Spannung und es wurde allmählich ernst.

Mein Ziel war es, als Nummer Eins der deutschen Rangliste, meinen Vorjahrestitel  zu verteidigen. Doch mir war bewusst, dass dies nicht einfach werden würde…

Für Montag, den ersten Regattatag, war die Wettervorhersage nicht gerade optimal und so konnten nur die ersten beiden Startgruppen ein Rennen segeln; das Race der dritten Gruppe wurde mangels Wind abgebrochen und die vierte Gruppe kam nicht einmal zur Startlinie für einen Startversuch. Das bedeutete für mich in der letzten Gruppe „Grün“ an diesem Tag kein Rennen.

Aber am Dienstag kam nach Frühnebel Wind mit 3-4 Windstärken auf und somit hatte jeder Segler am Ende des zweiten Wettfahrttages vier Rennen in der Wertung. Ich segelte mit den Rängen 3, 1, 1, 3 vier gelungene Wettfahrten und lag punktgleich mit dem Holländer Bart Lambriex auf Gesamtplatz Eins.

Am Mittwoch tauchte kurz vor dem Auslaufen ein Fernsehteam vom NDR auf und interviewte mich und meinen Vater. Dies war nun schon der zweite Fernsehbericht von der IDJüM, zumal ich am Montag von SAT1 gefilmt und interviewt worden war! Auch der Wind spielte mit: Drei faire Wettfahrten konnten bei 4-5 Bft. und kraftrau-bender Welle gesegelt werden. Mein Ergebnis mit den Plätzen 2, 3, 4 ließ mich vorerst auf Platz Vier nach hinten rutschen, da Ingmar Vieregge vom Düsseldorfer Yachtclub drei Tagessiege einfuhr und von Rang Sieben auf Zwei vorfuhr! An der Spitze weiterhin Bart Lambriex und auf Gesamtplatz Drei kämpfte sich Philip Meijer, ebenfalls ein Niederländer, vor. Doch der Punkteabstand zwischen den ersten Vieren war sehr gering, zwischen einem bis drei Zählern!

Auch für den vierten Wettfahrttag war die Wind- und Wettervorhersage nicht besonders ermutigend. In der zweiten Startgruppe „Blau“ um meinen Konkurrenten Ingmar bahnte sich ein kleines Drama an: 19 Segler starteten zu ungeduldig und erhielten einen BFD. Auch Ingmar war ganz vorne mit dabei am Start und kassierte somit einen Frühstart bei Schwarzer Flagge, den er zunächst streichen konnte. Nach knapp einer Stunde schlief der Wind dann fast ganz ein und die Wettfahrtleitung entschied, die Rennen der ersten beiden Startgruppen abzubrechen. Ich war wieder in der letzten Gruppe und wie am Montag nicht einmal an der Startlinie, nur am Zuschauen und Warten auf Wind…, der leider völlig ausblieb!

Nun sollte die Entscheidung im Titelrennen am Finaltag fallen. Der ablandige Wind wehte schwach bis stark und drehte sehr häufig. Vor allem die heftigen Böen bereiteten vielen Seglern Schwierigkeiten. In der achten Wettfahrt riskierte ich auf dem Vorwindkurs, auf Platz Sieben liegend, zu viel, eine Böe erwischte mich eiskalt und die Folge war eine Kenterung! Wie Ingmar, der seinen BFD in diesem Rennen streichen konnte, wurde Rang 55 mein Streichresultat und somit waren wir punktgleich vor der letzten Wettfahrt des Tages und gleichzeitig der Meisterschaft.                         Meine Startgruppe war vor Ingmars an der Reihe, sodass ich vorlegen musste und mir war klar, dass eigentlich nur ein weiterer Tagessieg zählt! Der Start glückte mir und auf der Kreuz arbeitete ich mich immer weiter nach vorne, bis ich schließlich bei der letzten Gaterundung noch eine Schwedin von Platz Eins verdrängen konnte und den Vorsprung ins Ziel rettete. Sofort nach meinem Zieleinlauf verankerte ich meinen Opti und setzte mich auf das Coachboot von Andreas Löhlein, mit dem wir dann zu Ingmars Rennen eilten…Ich war sehr angespannt: Sollte es wieder, wie vor zwei Jahren in Travemünde gegen den Europameister Maximilian Hibler, hauchdünn nicht klappen mit der Titelverteidigung? Doch an Tonne Zwei sah ich Gesa Bornemann vor zwei Dänen mit Vorsprung zu den direkten Verfolgern…Ingmars Stärken liegen jedoch auf den raumen Kursen und so kämpfte er sich immer weiter vor bis auf Rang Vier! Aber er schaffte es auf der Zielkreuz nicht, noch mehr Plätze zu gewinnen und als Gesa die Ziellinie überquerte war mein Sieg perfekt, auch wenn ich die beiden Holländer Bart Lambriex und Philip Meijer, gegen die ich aufgrund der Gruppen-einteilung in keinem Rennen der Regatta gesegelt bin, am Ende nicht mehr einholen konnte. Bart gewann souverän und Philip hatte schließlich punktgleich mit mir die Nase vorn! Ingmar wurde Deutscher Vizemeister auf Gesamtrang Vier; der Kieler Gwendal Lamay (6.) holte sich den U14-Titel!

Bericht von Marvin Frisch – GER 12952

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