altWYC wird zum achten Mal bei olympischen Regatten vertreten sein

Der Surfer Toni Wilhelm hat die Kriterien für das Olympia-Ticket für die Spiele 2012 in London erfüllt. Der 28jährige, der auf dem „RS:X“-Surfbrett für den Württembergischen Yacht-Club (WYC) in Friedrichshafen startet, wird damit zum zweiten Mal bei Olympischen Spielen teilnehmen. Ein 15. Platz bei der WM im Dezember in Perth/Australien reichte dem Surfer, um das Ticket endgültig zu sichern.

Toni Wilhelm hat die interne deutsche Ausscheidung klar gewonnen und mit dem Ergebnis in Australien auch den sogenannten Nationenstartplatz für Deutschland geholt. Zusammen mit sieben anderen Seglern beziehungsweise Teams wird Wilhelm vom Deutschen Segler-Verband dem DOSB zur Nominierung vorgeschlagen, was kommendes Frühjahr geschehen soll. Streitig machen kann dem Surfer die Nominierung niemand mehr.

Seit 2010 wird Toni Wilhelm vom WYC unterstützt. Dessen Präsident, Dr. Eckart Diesch, ist stolz über diesen Erfolg: „Ich freue mich riesig – vor allem, weil ich aus eigener Erfahrung sein Gefühl intensiv miterleben kann. Spitze!“ Diesch kann die Begeisterung des Surfers nachvollziehen – war er doch mit seinem Bruder Jörg 1976 zweimal bei Olympia dabei, was 1976 (Montreal/Kingston) auch mit der Goldmedaille im Flying Dutchman (FD) gekrönt war. „Der Stander des WYC und somit Friedrichshafen sind damit zum achten Mal bei Olympischen Segelregatten vertreten“, sagt Diesch stolz über die lange Serie der sportlichen Erfolge des größten baden-württembergischen Segel-Clubs. Zuletzt segelte Steffi Rothweiler 2008 in Peking/Qingdao olympisch. Noch aus Perth schickte Wilhelm Grüße und ein dickes Dankeschön an „Ekke“ Diesch, der mit dem WYC dazu beigetragen habe, dass sein „sportliches Umfeld so super stimmt“.

Der Weg zu den Olympischen Spielen 2012 hatte für die Segler und Surfer drei Stationen. Die erste Qualifikationsregatta war die „Sail4Gold“ auf dem olympischen Revier von Weymouth an der englischen Kanalküste im Juni, eine Woche später die Kieler Woche und nun die gemeinsame WM aller olympischen Bootsklassen im australischen Perth. Die Regatta in Weymouth hatte – schon als Testregatta für Olympia – weltmeisterlichen Zuspruch. Entsprechend hoch war das Niveau. Toni Wilhelm lag bis zum vorletzten Tag auf Rang fünf. Doch zwei schlechte Wettfahrten an einem Tag ließen ihn im Endergebnis auf Rang elf zurückfallen. „Ich traf falsche Entscheidungen und auch das nötige Quentchen Glück fehlte an diesem Tag einfach“, blickte Wilhelm mit etwas Abstand zurück. „Letztendlich war es trotz des ärgerlichen letzten Tages ein super Resultat“, war er insgesamt zufrieden. Nach dem Endspurt im Studium im vergangenen Winter war auf auf den Regattabahnen wieder in der Weltspitze angekommen. Für das interne deutsche, etwas komplizierte Ausscheidungssystem hatte Wilhelm damit zehn Punkte verbuchen können.

In Kiel lieferte sich Toni Wilhelm mit dem Vize-Weltmeister von 2010, Przemyslaw Miarczynski, einen Zweikampf an der Spitze, den der Pole gewann. Doch für Wilhelm blieb ein hervorragender zweiter Platz. Das Kieler Revier liegt Toni Wilhelm – und so gewann er weitere 27 Punkte für die deutsche Qualifikation, die ihn praktisch unerreichbar in Führung brachte.

In Perth wurden nun in jeder Klasse auch die ersten Nationenstartplätze für die Olympiaregatten vergeben. Da für jedes Land nur ein Boot pro Klasse an den Start gehen darf und auch die Plätze insgesamt limitiert sind, müssen sich die Nationen in den größten Regatten der Monate vorher ebenfalls qualifizieren. Mit Rang 15 erfüllte Toni Wilhelm auch diese Aufgabe ohne Zitterpartie. Damit surfte er auch ziemlich genau auf den Platz, den er in der Weltrangliste belegt (Platz 16).

Volker Göbner

Artikel veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung am 10.01.2012

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© copyright by Audi Sailing Team Germany

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