ACS 5086 - wilhelm klHäfler Sport-„Oscar“ für WYC-Surfer

Friedrichshafen, 3. März 2013

(vg). Olympia-Teilnehmer Toni Wilhelm vom Württembergischen Yacht-Club ist „Sportler des Jahres“ der Stadt Friedrichshafen! Der Surfer, der im August 2012 in Weymouth Bronze knapp verpasst hatte, wurde aus einer Vielzahl erfolgreicher Sportler von einer Jury ausgewählt.

Toni Wilhelm, der gerade in Lausanne am Genfer See studiert, konnte leider nicht selbst zu der Sportlerehrung Ende Februar nach Friedrichshafen kommen. WYC-Präsident Dr. Eckart Diesch – selbst ja auch mit goldener Olympia-Erfahrung ausgestattet – vertrat den 30-Jährigen bei der Veranstaltung. Weit über 100 zu ehrende Sportler wurden aufgerufen, darunter auch weitere Mitglieder des WYC. „Ich muss die Organisatoren loben, es war sehr unterhaltsam“, war Diesch von der Ehrung und dem Rahmenprogramm angetan. Höhepunkt waren die Auszeichnungen „Nachwuchssportler/in des Jahres“ und dann natürlich Sportlerin und Sportler des Jahres. Zu Fanfaren-Klängen wurden – schon fast wie bei der Oscar-Verleihung – die Umschläge mit den Namen der Auserwählten geöffnet und aufgerufen.

Aufgrund der Verhinderung von Toni Wilhelm „musste“ Diesch auf die Bühne und nahm stellvertretend von OB Andreas Brand und Sport-Bürgermeister Peter Hauswald Trophäe und Urkunde für Toni entgegen. Nun konnte sich ja Ekke Diesch nicht bei Mama, Papa, dem Kabelträger und dem Regisseur bedanken – aber für die Stadt Friedrichshafen hatte er lobende Worte parat, was die Unterstützung der Segler, insbesondere des WYC, anbelangt.

Auch wenn vieles auf Toni Wilhelm und dessen Olympia-Teilnahme fokussiert war, so sind die Erfolge in 2012 anderer Segler des WYC ebenso beachtlich:

Tobias Bauer, Landesjugendmeister BW im Laser 4.7

Lena Gierhake und Isabell Groß, Landesjugendmeister BW im 420er

Leon Zartl, 2. Platz in der U13-Wertung der Deutschen Jüngstenmeisterschaft im Optimist

Marvin Frisch und Dominic Fritze, 2. Platz IDM im 420er

Patrick Aggeler, 5. Platz IDJM im Laser Radial

sowie Yannick Hafner, Matthias Miller, Simon und Felix Diesch, Tobias Bauer, Nikolas Götzke und Nick Federspiel für hervorragende Ergebnisse.

Toni Wilhelm: „Sport ist mein Leben“

Die Schwäbische Zeitung berichtete ausführlich über die Sportlerehrung. In einem Portrait wurde auch Toni Wilhelm vorgestellt, das wir nachfolgend auszugsweise wiedergeben dürfen:

Ein Stein vom Herzen gefallen ist Toni Wilhelm, als der Weltseglerverband im November Windsurfen doch wieder ins olympische Programm zurückgeholt hatte. Nachdem sich die erste Enttäuschung nach seinem vierten Platz in Weymouth gelegt hatte, rumorte es tief in ihm: „Lust auf Rio hätte ich schon“, sagte er wenige Tage später. Denn vor dem finalen Medal Race war er noch auf Rang drei gelegen – und ging mit dem entsprechenden Aufkleber auf dem Segel in die letzte Wettfahrt der besten zehn Teilnehmer. Bei diesem Rennen um die Medaillen aber hatte Wilhelm bei einem Winddreher unmittelbar vor dem Start zu langsam und falsch reagiert und sich so die schon „sicher“ geglaubte Medaille aus den Händen reißen lassen. Es war in seiner Macht gestanden, „so ein Ding“ zu holen – Wilhelm war so nahe dran.

Es war Toni Wilhelms zweite Olympia-Teilnahme nach 2004 in Athen. Erfahrung ist viel wert im Wettkampf unter den fünf Ringen. Das sieht man auch daran, dass Wilhelm der einzige im deutschen Segelteam mit diesem Erfahrungshorizont war – und das beste Ergebnis herausgeholt hat. Viel wurde nach den Spielen geredet – doch nur ein Satz ist im Gedächtnis hängen geblieben: „Mit einem vierten Platz kann man auch gewinnen“, hatte Toni Wilhelm schon kurz nach dem letzten Zieldurchgang gesagt. Denn wenn ihm jemand diesen vierten Platz vor den Spielen „angeboten“ hätte – „ich hätte sofort unterschrieben“, setzte er das Ergebnis in Relation zu den Erwartungen.

Nach reiflicher Überlegung, vielen aufmunternden Worten (auch aus dem WYC) und zahlreichen Gesprächen mit seinem Umfeld hat er sich der nun 30-Jährige entschlossen, bis Rio weiterzumachen und eine dritte Olympia-Teilnahme anzupeilen.

Doch dieses Jahr steht erst einmal ein Aufbaustudium auf dem Plan. Toni Wilhelm will sein Sportstudium, das er 2010 in Kiel abgeschlossen hatte, mit einem einjährigen Master-Studium in „Sport Administration and Technology“ ergänzen. Dazu ist er an einer renommierten Hochschule in Lausanne in der Schweiz eingeschrieben. Damit studiert er nicht nur in dem Ort, wo das IOC seinen Sitz hat – sondern auch da, wo seine Freundin wohnt. Auf den Regattabahnen wird man ihn dieses Jahr des Studiums wegen weniger oft sehen. Körperlich will er sich dagegen fit halten – eine wesentliche Voraussetzung für den Surfsport, der neben Erfahrung auch Athletik verlangt.

„Sport ist mein Leben“, bekennt Toni Wilhelm freimütig. Und so wird man ihn in den kommenden Jahren immer in diesem Umfeld antreffen – egal, woher der Wind weht.

(Volker Göbner)

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