Eine Artikelserie zur Geschichte des WYC von Volker Göbner
Erschienen in der Schwäbischen Zeitung (am 26.01.2011)

Teil 6:  Modernisierung: WYC erneuert Hafen und Clubhaus

Schon in den 70er Jahren wollte der WYC einen Hafen am Seemooser Horn errichten. Zuerst waren alle dafür, dann immer mehr dagegen und schließlich kippte der Verein die Pläne 1975 selbst. Den erneuten Beschluss für einen Hafenbau fasste der WYC 1977, diesmal als Erweiterung des bestehenden Yachthafens an der Uferstraße, als die Stadt in die Planung für ein Bürgerzentrum (das heutige GZH) einstieg.

Bis 1992 sollte der Kampf um dieses Hafenprojekt dauern. 15 Jahre lang dauerten Bangen und Hoffen, kamen Genehmigungen und Einsprüchen, wurden Prozesse geführt, schließlich und endlich doch gebaut. Nicht nur ein moderner Hafen mit 270 Liegeplätzen ist das Ergebnis. Auch wurde der WYC mehrmals mit der „Blauen Flagge“ für vorbildliche Umweltleistungen im Hafen belohnt.
In der Zwischenzeit wurde in Seemoos die alte Winterlagerhalle durch eine neue ersetzt. Das Clubhaus in Seemoos wurde zum „WYC-Jugendheim Claude Dornier“ ausgebaut. Das Genehmigungsverfahren für den Hafen hatte den seit 1981 amtierenden Präsidenten Dr. Albrecht Casper (seit 1981) mehr oder weniger aufgearbeitet. Die Ernte seiner Vorarbeiten konnte Hellmut Kraus, WYC-Präsident ab 1990, einfahren. Mit dem erweiterten Hafen wuchsen auch die Anforderungen an das Clubhaus an der Uferstraße, das 1995 erneut um- und ausgebaut wurde.
Auf der sportlichen Seite trat Albert Batzill in die olympischen Fußstapfen der Brüder Diesch. Bei Olympia 1988 in Seoul/Pusan (Korea) agierte „Alba“  mit Peter Lang eher glücklos. Erst 1992 segelten die beiden bei Olympia in Barcelona im FD auf Rang fünf. 2004 und 2008 war es dann Steffi Rothweiler (ihre Mutter Renate ist die Schwester der Diesch-Brüder), die im 470er olympisch segelte und in Peking/Qingdao (China) auf Rang neun kam.
Seit 2004 trägt Dr. Eckart Diesch die Bürde des WYC-Präsidenten. In seiner Amtszeit wurde das Clubhaus an der Uferstraße um Sozial- und Lagerräume erweitert (2008) und das „Hafenhaus“ (2009) gebaut. Jahrzehnte hauste der Hafenmeister in einem Container auf der Kranmole. Jetzt sind dort dessen Büro und eine kleine Werkstatt untergebracht, im Obergeschoss ein multifunktioneller Clubraum mit Dachterrasse über dem Hafen. „Ich möchte auch Plätze im Club haben, wo man sich gerne trifft“, betont Diesch, dass der WYC mehr ist als nur ein Sportverein.

Schon seit 25 Jahren kann sich der WYC über die „Herzog-Carl-Stiftung“ freuen, die der Ehrenkommodore S.K.H. Carl Herzog von Württemberg 1986 eingerichtet hat. Seither wird aus dieser Privatschatulle jährlich ein Batzen Geld an den erfolgreichen Nachwuchs ausgeschüttet. Waren es anfangs 10.000 D-Mark jährlich, so hat „Königliche Hoheit“, wie Herzog Carl im Club genannt wird, die Summe inzwischen auf 10.000 Euro aufgestockt. Dazu kamen ein Schlauchboot für die Regattabegleitung, das er 1999 spendierte, und ein erklecklicher Beitrag im vergangenen Jahr für den neuen Jugendbus, der komplett mit Spenden der Mitglieder finanziert wurde. Auch die Jugendarbeit des WYC, die erheblich von der Unterstützung der Herzog-Carl-Stiftung profitiert, wurde bereits dreimal mit dem Preis „Grünes Band“ ausgezeichnet.

Auch wenn Eckart Diesch mit Blick auf die eigenen Vergangenheit den Leistungssport gerne unterstützt, so hat er nach seiner olympischen Karriere die Langsamkeit der Fortbewegung auf dem Wasser schätzen gelernt, „wenn es wurscht ist, ob man eine halbe Stunde früher oder später ankommt“. In seinen Augen als Präsident haben beide ihre Berechtigung, die Touren- und die Leistungssegler. Schon vor 17 Jahren hat er für die „Yachties“ die Mittwochsregatten eingeführt. Jeweils abends gegen 19 Uhr startet eine stattliche Flotte vor dem Hafen. Die langsameren Boote zuerst, die schnellsten zuletzt – so dass sie eigentlich alle miteinander im Ziel ankommen müssten. Denn ihren Dämmerschoppen sollen die Segler gemeinsam trinken – und dabei Geschichten erzählen, vom Segeln und über den Club, oder die Welt ....

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Vielfalt ist das Charakteristikum im Hafen des WYC, was sich auch bei den wöchentlichen Mittwochsregatten widerspiegelt.

 

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