diesch-eckart 0483-vg klInterview mit Eckart Diesch, Präsident des Vizemeisters WYC
Der Württembergische Yacht-Club ist nicht nur Vize-Meister in der Premieren-Saison der Segel-Bundesliga geworden. WYC-Präsident Eckart Diesch war von Anfang an ein Befürworter dieser Regattaserie und zog in einem Ausschuss als Vertreter der süddeutschen Segelclubs auch an den Fäden. Segel-Jounalist Volker Göbner sprach mit "Ekke" über Bilanz und Ausblick. Das Interview erschien am 6. Dezember 2013 in der Schwäbischen Zeitung.
Foto: © V. Göbner

 

Zu Beginn der Saison war die Segel-Bundesliga ein zartes Pflänzchen mit 17 Vereinen und einer Absichtserklärung. Wo steht die Liga heute?

Eckart Diesch: Die Segel-Bundesliga hat sich schon zu einem kleinen Baum entwickelt, der sehr stabile Wurzeln hat. Er steht an einem guten Platz, er hat Sonne, er treibt schon im ersten Jahr Blüten – und das Klima stimmt. Sowohl bei den Vereinen wie auch bei den Seglern herrscht eine unglaubliche Begeisterung. Alle wünschen sich, dass dies weiter geht. Da sehe ich eine gute Zukunft.

Wie geht es 2014 weiter?

Es wird am 19. Januar bei der ‚boot’ in Düsseldorf eine Veranstaltung geben, bei der alle Vereine eingeladen werden. Da ist das Ziel, einen Ligaverband zu gründen, eine Vereinigung aller deutschen Segelvereine, die momentan aktiv in dieser Liga sind – mit Satzung und allem Drum und Dran. Die Bundesliga wird damit ein Fundament bekommen. Auf dem Wasser sind sechs Events für die erste Bundesliga und drei für die zweite Liga geplant, zuvor noch eine Relegationsregatta.

Bisher segelten 18 Vereine mit, wie viele haben noch Interesse?

Man spricht von 30 Vereinen, die eine Bewerbung abgegeben haben. Das Interesse übersteigt die Anzahl derer, die wir in die erste und zweite Liga aufnehmen können.

Die Boote wurden gestellt, jedes Team brauchte nur anreisen – wer hat „den Rest“ bezahlt?

Die Regatten auf dem Wasser haben die veranstaltenden Vereine auf ihre Kosten durchgeführt. Ideengeber und Initiator ist die Konzeptwerft in Hamburg, die auch das Sailing Team Germany ins Leben gerufen hat. Die sind an einem zukünftigen Hauptsponsor dran. Angeblich haben sie dieses Jahr 120.000 Euro investiert – nicht ohne Eigennutz. Denn wenn in Zukunft Sponsoren da sind, wird ein definierter Teil der Sponsorengelder bei der Konzeptwerft bleiben bzw. bei der jetzt gegründeten Deutschen Segelbundesliga-GmbH, einer direkten Tochter der Konzeptwerft.

Werden die Boote auch 2014 wieder gestellt?

Die Boote werden wieder gestellt. Das ist eine Grundidee und Grundvoraussetzung. Man möchte nicht, dass jeder Verein sein eigenes Boot mitbringt, sein eigenes Boot tunt und verändert und mit viel Geld möglicherweise Segel oder sonstwas kauft. Alle Boote werden identisch getrimmt, keine Mannschaft darf irgendetwas manipulieren. Dieser Gedanke soll weiter getragen werden, also müssen die Boote gestellt werden.

Bleibt es bei der J70, die auch die neue Bodensee-Einheitsklasse ist?

Derzeit ein klares Bekenntnis: Ja. Es gibt aber auch Gespräche, in Süddeutschland mit einem anderen Boot zu segeln, damit man die Boote nicht immer quer durch Deutschland fahren muss.

Wer trifft eigentlich die Entscheidungen in Sachen Bundesliga – bezüglich Booten, Terminen oder Modus?

Die Bundesliga hat sich dieses Jahr im April selbst gegründet, selbst ernannt – mit etlichem Gegenwind aus einigen Institutionen, aber mit einer Begeisterung aus den Vereinen heraus. Im April hat sich auch ein Gremium gebildet, das ‚steering committee’. Dieses Komitee trifft in Rücksprache mit den einzelnen Vereinen die Entscheidungen. Bei den jeweiligen Veranstaltungen gibt es Treffen, wo sich die Vereine austauschen. Dieses steering committee schwebt also nicht über irgendwelchen Wolken, sondern es kommuniziert mit den Vereinen. Schlussendlich trifft das Komitee – das sind drei Vertreter der Vereine, einer des Deutschen Segler-Verbandes und einer der Konzeptwerft – die Entscheidungen, für die jetzige und die zukünftige Bundesliga.

Wie wird das Verhältnis zwischen dem steering committee und dem künftigen Liga-Verband sein?

Der Verband muss sich aus den Vereinen heraus gründen. Da hat weder der DSV, noch die Konzeptwerft, noch die Bundesliga-GmbH irgendein Mitspracherecht. Der Liga-Verband wird sicher das stärkste und zentrale Organ in dieser Liga. Er wird Verträge mit einer Vermarktungsfirma machen. Das wird – das liegt auf der Hand – die Bundesliga-GmbH sein, die das jetzt schon bewältigt hat. Aber das zentrale Organ ist der Verband, der wieder drei Personen in das neue steering committee schicken wird.

  

Die Termine der Segel-Bundesliga 2014

Relegations-Regatta: 4. bis 6. April 2014, Glücksburg/Flensburger Förde

Teilnehmer: die fünf letztplatzierten Clubs der Saison 2013 (u.a. der YC Radolfzell und der Lindauer SC) mit allen zusätzlich interessierten Vereinen. Die besten fünf dieser Regatta segeln 2014 in der ersten Bundesliga, die Vereine auf Platz sechs bis 23 werden in der zweiten Liga Bundesliga segeln.

Termine und Reviere 2014 
Erste Segel-Bundesliga

16. bis 18. Mai 2014, Starnberger See
Juni 2014, Norddeutschland/Ostsee
19. bis 21. Juli 2014, Travemünde/Ostsee
22. bis 24. August 2014, Berlin/Wannsee
26. bis 28. September 2014, Friedrichshafen/Bodensee
31. Oktober bis 2. November 2014, Hamburg/Alster 

Zweite Segel-Bundesliga

4. bis 6. April 2014, Glücksburg/Flensburger Förde (die Relegation zählt als erste Wertung)
Juni 2014, Norddeutschland/Ostsee
19. bis 21. September, Konstanz/Bodensee

In der ersten wie in der zweiten Segel-Bundesliga werden jeweils 18 Vereine starten. Bei den Regatten werden sechs Boote gestellt, nach jeder Kurzwettfahrt wird gewechselt.

Weitere Infos: www.segelbundesliga.de

 

 

  

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