Mit Rang sechs beim World-Cup der olympischen Bootsklassen in Hyères (Südfrankreich) hat sich Surfer Toni Wilhelm (Württembergischer Yacht-Club) eindrucksvoll in den Top-Ten zurückgemeldet. Damit rückt seine dritte Olympia-Teilnahme näher. Wilhelm war mit einem neuen Surfbrett, das der WYC finanziert hat, in den World-Cup gestartet.

 

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Nach elf Wettfahrten war der 32-Jährige noch auf Platz acht gelegen. Kontinuierlich hatte er sich im Laufe der Woche verbessert. Mit einem dritten Platz im abschließenden Medal Race der besten Teilnehmer am Sonntag konnte er sich um weitere zwei Plätze verbessern. Bei diesem World-Cup waren erstmals in jeder Bootsklasse nur 40 Startplätze vorgesehen: Die besten 30 der Weltrangliste und zehn Qualifikanten aus dem Euro-Cup in Palma de Mallorca vor drei Wochen. Als Vierter der Weltrangliste hatte Wilhelm den Euro-Cup ausgelassen – und war statt dessen im Windkanal von Audi, um seine Segelstellung zu verbessern.

Wilhelm hatte beim ersten World-Cup des Jahres in Miami (Florida/USA), wo er auf Rang 14 surfte, die Top-Ten knapp verpasst. „Miami und ich passen nicht zusammen", verwies er auf ein früheres Ergebnis in dem Sonnenstaat, mit dem er ebenfalls nicht zufrieden war.

Unmittelbar vor dem World-Cup in Südfrankreich hatte Toni Wilhelm sein neues RS:X-Surfbrett auf den Namen „In Raclette we trust" getauft. Taufpate und Trainer Pierre Loquet hatte den passenden Taufspruch, in dem er dem Brett wünschte, dass es allzeit seinen Fahrer finde – und der Fahrer sein Brett. Denn bei der WM im September 2014 hatte Wilhelm ein fremdes Surfbrett am Strand gegriffen und dadurch die Top-Ten verpasst.

Mit Platz sechs in Hyères hat sich Toni Wilhelm gegenüber vergangenem Jahr um einen Platz verbessert – und kann folglich mit seiner neuen „Käseschnitte" zufrieden sein. Die Podiumsplätze bei den Surfern belegten der Franzose Pierre le Coq, der Pole Piotr Myszka und der Grieche Byron Kokkalanis. Wilhelm kam relativ sicher wieder in die Top-Ten – wie man das auch von ihm gewohnt war. An Fitness, Geschwindigkeit und Taktik hatte diesmal nichts auszusetzen. Nur mit den Starts – früher eine seiner Stärken – war er diesmal wieder nicht zufrieden. Zufrieden sein kann er auch mit der deutlichen Verbesserung durch das Medal-Race. Denn da lastet noch der Albtraum des olympischen Finalrennens von Weymouth 2012 auf ihm, wo er eine greifbare Medaille klar verloren hatte.

Für Toni Wilhelm gehören neben dem World-Cup in Hyères die Europameisterschaft im Juni in Palermo und die WM 2015 im Oktober im Oman zur persönlichen Olympia-Qualifikation. Einmal muss er in den Top-12 landen – das hat er bereits erreicht – und im Schnitt bei diesen drei Wettbewerben unter den zehn besten Nationen liegen. Im August wird er außerdem zum zweiten Mal auf dem Olympia-Revier von Rio de Janeiro starten, wenn die vorolympischen Testregatten stattfinden.

V. Göbner

Dieser Beitrag wurde zuerst in der Schwäbischen Zeitung vom 28.4.2015 veröffentlicht.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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Beitrag in der Schwäbischen Zeitung

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