oly athen london rio 110vg). Mit Platz 16 bei der Weltmeisterschaft 2016 der RS:X-Surfer in Eilat (Israel) am Roten Meer hat Toni Wilhelm vom Württembergischen Yacht-Club die Qualifikationshürde des DOSB für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro „übersprungen".

„Es ist supergeil, dass ich in Rio meine dritten Olympischen Spiele für Deutschland bestreiten darf", freute sich der 33-Jährige nach der elften und letzten Wettfahrt in Eilat. Dabei machte es Wilhelm besonders spannend. Nach vier Wettfahrten in der Qualifikationsphase rangierte er bereits auf Platz 16 bei insgesamt 81 Teilnehmern in der Herren-Gruppe. Doch in der Gold-Fleet, der besseren Hälfte, wurde deutlich, dass Wilhelm nach seinem Handbruch im September noch Wettkampfpraxis fehlt: Viermal landete er nur auf Plätzen zwischen 28 und 31, dazu einmal auf Platz 12. Ein vierter Platz in der Gold-Fleet war sein bestes Ergebnis. Sein eigentliches Ziel, in die Top-Ten für das Medaillenrennen zu kommen, verfehlte er. Immer noch auf Platz 16 liegend startete er in das letzte Rennen des nun um die besten zehn Surfer reduzierten Feldes. Als Fünfter im Ziel festigte er Platz 16 im Endergebnis. Weltmeister wurde der Pole Piotr Myszka. Dessen Vorgänger, der Franzose Pierre le Coq, surfte auf Rang zwölf.

Drei große Regatten hatten der Deutsche Segler-Verband und der DOSB als Qualifikation für die Surfer festgelegt. Beim World-Cup im April 2015 in Hyères (Südfrankreich) kam Toni Wilhelm auf Rang sechs, bei der Europameisterschaft im Juni 2015 in Sizilien auf Rang neun. Dritter Event war eigentlich die WM 2015 im Oktober im Oman. Doch da hatte sich Toni Wilhelm kurz zuvor im Krafttraining die Hand gebrochen. Da er weit und breit der einzige Surfer in Deutschland ist, der Chancen auf das Ticket hatte, stimmte der DOSB einer Verschiebung der Qualifikation auf die WM jetzt zu. Da musste Wilhelm nur noch in der Summe dieser drei Regattaserien unter den besten zehn Nationen bleiben. Denn bei Seglern und Surfern darf immer nur ein(e) Vertreter(in) pro Land in den olympischen Wettkampf gehen. Platz 16 bei dieser WM reichte ihm, um die schon voriges Jahr erzielten Leistungen zu bestätigen.

Nicht zufrieden mit der WM-Platzierung ist Toni Wilhelm, jedoch lag „das Hauptaugenmerk darauf, die Quali fertig zu machen". Nach „ordentlicher Performance habe ich mir mit vier Läufen wieder mal die Meisterschaft versaut", ist er selbstkritisch. Vor allem taktische Entscheidungen hatte der Surfer in diesen Rennen falsch getroffen. „Es war taktisch brutal schwierig, es war nicht vorhersehbar, was passiert", beschreibt er die Windbedingungen. Leichte Winde mit großen Schwankungen in Stärke und Richtung bestimmten das Bild. „Ich habe mich an diesen Tagen zu sehr durcheinander bringen lassen, habe zu viel nachgedacht, statt einfach meiner Intuition zu folgen." Zu Beginn der WM konnte er sich auch aus scheinbar hoffnungslosen Situationen wieder nach vorne arbeiten. „Da bin ich meiner Intuition gefolgt, bin saugute Rennen gefahren", schildert Wilhelm. „Das ist definitiv eine mentale Geschichte, daran muss ich stark weiter arbeiten", analysiert er. Schon im Dezember hatte Wilhelm zum Mentaltraining auch noch einen Kampfsportexperten hinzugezogen. „Große Dinge ändert man nicht innerhalb eines Monats", betont Toni Wilhelm. Hart an den „unkonstanten Leistungen" will er künftig arbeiten, Lösungen dafür finden und viele Regatten fahren. „Ich bin jemand, der viel Selbstvertrauen gewinnt mit Wettkämpfen", will er nach der Verletzungspause wieder zu alter Stärke zurück finden.

WYC-Stander weht zum neunten Mal oylmpisch!

Eine besondere Freude ist die Qualifikation für den scheidenden WYC-Präsidenten Dr. Eckart Diesch. „Ich freue mich riesig für Toni! Es war nicht einfach für ihn, nach dem gesundheitlichen Rückschlag die Motivation nicht zu verlieren", sagt Diesch. Toni Wilhelm habe vor allem wichtige Zeit in seinem Leben investiert, als er nach Olympia 2012 einen vielversprechenden beruflichen Karrierestart abgebrochen und sich für eine erneute Olympiakampagne entschieden habe. „Toni gehört bereits jetzt zu den ganz Großen im deutschen Segelsport. Drei erfolgreiche Olympiaqualifikationen. Das ist harte Arbeit über viele Jahre", spricht Diesch aus eigener Erfahrung. Nach dem Olympiasieg 1976 im FD waren die Brüder Jörg und Eckart Diesch auch 1980 qualifiziert (durften aber aufgrund des Boykotts der Spiele in Moskau nicht starten) und segelten 1984 in Los Angeles auf Rang fünf. Mit Wilhelms Qualifikation wird zum neunten Mal ein Team oder Segler aus dem WYC olympisch segeln, ist Diesch stolz auf die Bilanz seines Clubs, der damit weiter zu den erfolgreichsten deutschen Segelvereinen zählt. „Vielen Dank lieber Toni, dass du mir zum Ende meiner Amtszeit als Präsident dieses ‚Geschenk' machst", freut sich Diesch und fiebert mit dem ganzen WYC schon den Spielen in Rio entgegen.

Tonis olympische Karriere

Zum ersten Mal olympisch surfte Toni Wilhelm 2004 in Athen. Dort kam er nur auf Rang 30. 2008 hatten ihn gesundheitliche Probleme aus der Bahn geworfen, aber 2012 in London/Weymouth war Wilhelm wieder dabei. Bis zum Medal Race hatte er eine Medaille in greifbarer Nähe, verpatzte aber den Start – und landete auf dem undankbaren vierten Platz. Nach einem Jahr Aufbaustudium in Lausanne (Master of Advanced Studies in Sports Administration and Technology) reifte der Entschluss, noch einmal anzugreifen. Der Württembergische Yacht-Club unterstützt Wilhelms erneute Olympia-Kampagne nach Kräften.

Next steps

Die nächsten Regatten für den 33-jährigen Surfer sind der Euro-Cup in Palma de Mallorca („Trofeo Prinçesa Sofia"), der an Ostern beginnt, sowie der World-cup im April in Hyères. Hier gilt es für Toni, Wettkampfpraxis zu sammeln (und den Gegnern Respekt einzuflößen!).

Die offizielle Nominierung durch den DOSB wird Ende Mai erfolgen.

Stimmen im Netz

Und das schreibt „Tonino" bei Facebook (die Cheerleaders stehen schon Schlange ...) selbst:

Athens 2004, London 2012...and now RIO 2016!

When I started with the sport I love so much, I would have never ever imagined to be competing at three Olympic Games.

It is such an amazing feeling and honor being a part of it and having had the possibility to live my dream over such a long time.

There are always a lot of ups and downs you have to go through throughout a career - good performances, bad performances, injuries, doubts, expectations, flow, pure joy, great places, great people. In the end all this makes it a lifetime experience and I wouldn't change it for anything in the world.
But I wouldn't be able to live this dream without the people who were always there for me and always believed in me no matter what I was going through. 
There are so many who have been there - some shorter, some longer, but without who most things wouldn't have been possible such as my coach Pierre, the Landes-Segler-Verband Baden-Württemberg, my club Württembergischer Yacht-Club, the Sailing Team Germany, the Olympiastützpunkt Stuttgart e.V., Francois Delobel, Johannes Nawrath, Thomas Grimminger, Tilo Schnekenburger, Peter Ganzert and many more.

Most importantly however my amazing parents and my girlfriend - ‪#‎Iloveyoumorethananythingelseintheworld ‪#‎ensemble

Now all my/our concentration is set on the Olympic Games in five months time. After finishing the World Championships on a disappointing 16th place it is on us to put up the pace and to work as hard as possible with our team. We will do everything to get rid of the bad things and to make the good things even better and I am so much looking forward to this challenge!

https://www.facebook.com/Toni.Wilhelm.GER3

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